Perfektionismus macht dich nicht perfekt.

Perfekt ist eigentlich gar nichts. Schon gar nicht auf Dauer.
Ein übertriebener Anspruch an die eigene Kunst ist Selbstsabotage im Deckmantel von Pathos und falschem Stolz. Perfektionismus wird oft als etwas Ehrbares verklärt, das dich zu Größerem führen wird. Doch nichts könnte weiter von der Wahrheit entfernt sein.

Du nennst es Anspruch, Qualität, Feinschliff. In Wahrheit ist es Aufschieben – meistens ohne jedes spürbare Ergebnis. Du hältst dich selbst davon ab zu releasen, dich zu zeigen, zu starten, weil du glaubst, es müsse perfekt sein, bevor du überhaupt das Recht hast, deine Kunst zu präsentieren.

Die Wahrheit ist eine andere.
Perfekt wird deine Arbeit nie sein. Egal, wie lange du dich verschließt und an Details feilst.

Viel sinnvoller ist es, Strecke zu machen. Noch wichtiger ist es, bewusst Fehler zu riskieren. Statistisch gesehen ergibt sich daraus sogar ein Vorteil: Aus zehn Songs wird viel eher ein Favorit hervorgehen, als dass „der eine“ Song, an dem du monatelang sitzt, der Superhit wird. Natürlich gibt es Ausnahmen, aber sie verhelfen dir selten zum Durchbruch.

Zurück zum Thema „Fehler machen“: Im Englischen gibt es den Ausdruck Happy Accident. Das beschreibt Fehler oder Umstände, die deinen Weg positiv beeinflussen, ohne dass du sie jemals hättest vorhersehen können.

Perfektion wird in diesem Zusammenhang zu einem selbstgewählten Gefängnis. Sie möchte dich vermeintlich schützen, hält dich aber in Wirklichkeit vom erhofften Wachstum fern. Sie verhindert, dass du eigene Schwächen erkennst und sie in Stärken verwandeln kannst.

Perfektionismus klingt wie etwas Ehrbares.
Doch er steht näher am Stillstand als an ehrbarer Kunst.

Weiter
Weiter

Disziplin – erhalten statt besitzen