Zweifel
Kannst du deine Zweifel loslassen oder lassen sie dich nicht los?
Die meiste Zeit waren Selbstzweifel ein dominierender Teil meines Lebens. Sie hatten so sehr Besitz von mir ergriffen, dass ich nicht erkannte, wie tief sie meinen Alltag beeinflussten.
Sie haben mir oft den Spaß an vielen Dingen verdorben. Besonders vor anderen Menschen fiel es mir schwer, mich davon frei zu machen – bei Auftritten, Referaten oder auch in alltäglichen sozialen Situationen.
Diese Selbstzweifel wirkten wie eine Notbremse, die aus mir nicht bekannten Gründen ausgelöst wurde und mein ganzes System blockierte. Ich glaubte in solchen Momenten, ich müsste extrem viel Energie aufwenden, um die Situation nicht zu verlieren. Das ist auf Dauer natürlich schwer vereinbar mit dem Wunsch, auf einer Bühne zu stehen.
Zweifel sind einer der Hebel, die das Unterbewusstsein nutzt, um zu zeigen, dass etwas im Argen liegt. Ein Blick nach innen lohnt sich immer. Wenn man herausfindet, was den Zweifel auslöst, hat das Unterbewusstsein keinen Grund mehr, die Notbremse zu ziehen.
Gleichzeitig muss man bereit sein, sich komplett preiszugeben, wenn man im künstlerischen Bereich überzeugend agieren will. Man muss bereit sein, sich dem auszuliefern, wovor man sich fürchtet – nicht nur dem, was tatsächlich passieren könnte, sondern auch dem, was man sich ausmalt. Am besten ist es, den Anspruch loszulassen, alles kontrollieren zu wollen. Unsicherheit gehört dazu, und Kontrolle ist in diesem Kontext oft nur eine Illusion.
Jeder gute Performer kennt Zweifel und Angst. Doch im entscheidenden Moment schaut er durch sie hindurch – und ermöglicht sich damit, wirklich im Moment zu sein. Statt in seiner Angst gefangen zu bleiben, interessiert ihn die Energie, die jetzt entsteht, und der Spaß, den er in diesem Augenblick hat.
Nicht der Zweifel sollte über dein Leben entscheiden, sondern du selbst.