Disziplin – erhalten statt besitzen
Ohne sie könnte man in einem Leben steckenbleiben, das man eigentlich nie wollte.
Disziplin ist kein besonderes Talent. Aber wenn man sie einmal kultiviert hat, kann man damit das Talent, das man selbst hat, viel besser entwickeln und für sich einsetzen. Denn wenn Disziplin fehlt, wird man schnell Zeuge davon, wie die Ziele, die man mal erreichen wollte, immer unerreichbarer werden.
Disziplin ist nicht die Lösung aller Probleme, aber ohne sie machst du nicht, was du eigentlich immer wolltest. Denn das, was man immer wollte, hat meistens einen Preis, den man aber nicht immer bereit ist zu zahlen. Aus der Ferne betrachtet, und abhängig davon, was denn das Ziel ist, kann es überwältigend wirken, gewisse Opfer dafür bringen zu müssen, den eigenen Traum wahr zu machen. Beginnen tut das meist mit Erwartungen, die dann an der Realität des Alltags, der eigenen Bequemlichkeit oder den Versuchungen der Prokrastination scheitern.
Disziplin ist irgendwo gleichbedeutend mit einer Art Zwang, dem man sich aussetzt, um ein gewisses Resultat zu erzielen. Der Zwang, einen Weg zu gehen, der bestückt ist mit unangenehmen Aufgaben und Erfordernissen, die überwunden werden wollen. Dein Körper, im Bewusstsein den geringsten Widerstand zu wählen, möchte es dir die ganze Zeit hindurch ausreden, dir das selbst anzutun. All das ist Teil des "Tests", der dich daraufhin prüfen soll, ob du es wert bist, dein dir gesetztes Ziel zu erreichen.
Disziplin ist aber sicher nicht gleichbedeutend mit Schmerz. Vielmehr ist es die regelmäßige Überwindung der einfachen Tatsache, dass man es einfach nicht schafft, anfangen zu wollen. Aber wenn man den Anfang erst einmal bezwungen hat, sind es nur noch viele kleine, aber regelmäßige Schritte, die am Ende einfacher zu tragen sind als ein riesiges Unterfangen, das einen überwältigt oder sogar kaputtmacht.
Diese Schritte brauchen aber immer Struktur, die dir ermöglicht, sie regelmäßig zu tun. Ohne Struktur und Plan geht auch jedes noch so kleine Vorhaben an irgendeinem Punkt verloren. Sei es abnehmen zu wollen, ein Instrument zu lernen oder sonstwas. Wichtig ist, dass diese regelmäßigen Schritte machbar bleiben und dich nicht überwältigen. Es sollten Mindestanforderungen sein, die man jeden Tag einhalten kann. Mehr ist es eigentlich nicht.
Man braucht also ein Ziel und dazu eine Struktur, die du persönlich am besten täglich umsetzen kannst und willst. Nicht nur für Arbeit oder Karriere, sondern auch in Beziehungen lohnt sich der Blick auf die eigenen Muster. Kleine Gesten oder Gewohnheiten haben mitunter eine große Wirkung.
Am Ende holst du so auch zusätzlich das Beste aus dir selbst heraus. Eigentlich ist fast alles möglich. Und fast immer ist der Schlüssel dafür Disziplin.